Wiedereröffnung des Sydney Opera House mit eindrucksvollem und lebendigem Raumklang

Wiedereröffnung des Sydney Opera House mit eindrucksvollem und lebendigem Raumklang

Sieben Monate, die sich mehr als rentiert haben: ein umgebauter Orchestergraben und neue Klangwelten überzeugen Musiker und Besucher des Joan Sutherland Theatre gleichermaßen

Das Joan Sutherland Theatre, der eigentliche Opernsaal im Sydney Opera House, wurde offiziell am 31.12.2017 mit der Operette "Die lustige Witwe" eröffnet. Mit der Premiere von Bizets "Carmen" am 10.02.2018 hat das Haus jetzt den regulären Opernspielbetrieb aufgenommen und die erreichten baulichen und anlagentechnischen Verbesserungen kommen in vollem Umfang zum Tragen.

© Müller-BBM | Sydney Opera House.


Während einer extrem knappen, siebenmonatigen Umbauzeit wurde ein umfangreiches Bündel an Maßnahmen realisiert. Eine präzise Planung und Arbeitsschichten rund um die Uhr machten die für die Opera Australia und das Australian Ballet essentielle Minimierung der Bauzeit überhaupt möglich.

Dabei entfiel der Hauptanteil der Umbaukosten auf die vollständige Erneuerung der gesamten Bühnenmaschinerie, die von TheatrePlan, London, geplant und von Waagner-Biro, Wien, ausgeführt wurde. Die für die Besucher am stärksten wahrnehmbaren Verbesserungen stellen jedoch die akustischen Maßnahmen dar.

© Müller-BBM | Zuschauerraum des Joan Sutherland Theatre.


Seit der Eröffnung des Opernhauses im Jahr 1973 kämpfte das Orchester gegen die widrigen Bedingungen eines zu zwei Drittel überdeckten niedrigen Orchestergrabens und hatte Einschränkungen durch erforderliche Kompensationsmaßnahmen zu verkraften. Mit dem jetzt erfolgten, von Müller-BBM geplanten Umbau des Orchestergrabens und dem Einsatz neuester Möglichkeiten der elektronischen Raumakustik sind für das Orchester und die Zuhörer völlig neue Klangwelten entstanden.

© Müller-BBM | Blick auf den Orchestergraben, Sydney Opera House.


Durch die Maximierung der Öffnungsfläche und die auf die komplexen Verhältnisse eines extrem überdeckten Orchestergrabens optimierten Wand- und Deckenverkleidungen wurden die Hörwahrnehmung der Musiker ebenso wie der Klang im Zuschauerraum entscheidend verbessert. Einen wesentlichen Anteil dazu trägt auch das innovative elektronische Raumakustiksystem Vivace bei, das im gesamten Auditorium einen klaren, transparenten Orchesterklang und einen eindrucksvoll lebendigen Raumklang erzeugt.

© Müller-BBM | Vivace - elektronische Raumakustik im Sydney Opera House.


Parallel dazu entstehen für die Musiker im überdeckten Teil des Orchestergrabens akustische Verhältnisse, die das gegenseitige Hören und die Wahrnehmung des eigenen Instrumentes fördern, ohne die Schallpegelbelastung zu erhöhen.

© Müller-BBM | Blick aus dem Orchestergraben, Sydney Opera House.


Müller-BBM ist stolz darauf, dass für diesen Leuchtturm internationaler Architektur nun auch endlich adäquate akustische Verhältnisse erreicht werden konnten. Die Anstrengungen der zweijährigen Planungszeit, während der intensiven Bauphase und bei der Systemeinmessung im Rahmen von zahlreichen Orchesterproben werden dabei durch die Freude und das Glücksgefühl der Musiker mehr als aufgewogen.

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