Haus der Musik in Innsbruck: Hochwertige Akustik für anspruchsvolle Nutzung

Haus der Musik in Innsbruck: Hochwertige Akustik für anspruchsvolle Nutzung

Feierliche Eröffnung der neuen Wirkungsstätte für Bildung und Kultur am 06./07.10.2018

Das neue Haus der Musik wird in seiner einzigartigen Konzeption gleich mehrere wichtige Kulturträger und musikalische Ausbildungsstätten Tirols unter einem Dach vereinen: so erhalten unter anderem das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, das Tiroler Landestheater Innsbruck, das Mozarteum (Universität Salzburg), das Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck, das Tiroler Landeskonservatorium, der Blasmusikverband Tirol, der Tiroler Sängerbund und weitere Institutionen ab Oktober 2018 eine neue Heimat.

In direkter Nachbarschaft des Tiroler Landestheaters erfolgte am 20. November 2015 die Grundsteinlegung für das kulturelle Großprojekt mit einer Nutzfläche von rund 6355 m². Im Rahmen eines internationalen Architekturwettbewerbes ging der Entwurf der Architekten ARGE Strolz + Dietrich | Untertrifaller als Sieger hervor. Die Verantwortung der anspruchsvollen bau- und raumakustischen Beratung lag in den Händen der Akustikexperten von Müller-BBM.

© Architekt Strolz | HdM Innsbruck, Rendering Außenansicht.

Eine akustische Herausforderung

Großer und Kleiner Konzertsaal, Kammerspiele, Black Box [K2], Musikübungsräume, Bibliothek und Gastronomie sind in einem einzigen Gebäude neben- und übereinander untergebracht. Für den Akustiker ist dies keine leichte Aufgabe, sollen doch die vielfältigen und hochwertigen Nutzungsmöglichkeiten gleichzeitig und ohne jegliche akustische Störungen oder organisatorische Einschränkungen stattfinden können.

Eine körperschallentkoppelte Raum-in-Raum-Konstruktion für die Konzert- und Veranstaltungssäle sowie äußerst hochwertige Decken-, Fußboden- und Wandaufbauten gepaart mit passgenauen raumakustischen Konzepten führen im neuen Haus der Musik zu einem herausragenden akustischen Niveau.

© Müller-BBM | HdM Innsbruck, Großer Konzertsaal.

Die Konzert- und Veranstaltungssäle

Der Große Konzertsaal bietet bis zu 550 Personen Platz und erstreckt sich über zwei Stockwerke. Er kann sowohl für Konzerte, die eine lange Nachhallzeit erfordern, als auch für Orchesterproben, bei denen ein kurzes Nachklingen wichtig ist, genutzt werden. Durch schallabsorbierende Stoffvorhänge, die für den Zuhörer unsichtbar hinter den Wandverkleidungen verborgen sind, lässt sich die Nachhallzeit variabel verändern. Eine verstellbare Scherenbühne ermöglicht zudem unterschiedliche Spielebenen. Eine wahre akustische Meisterleistung stellt das große, zweiteilige Panoramafenster dar, welches sämtliche Geräuschimmissionen des hohen Verkehrsaufkommens der umliegenden Straßen zuverlässig dämmt und so den Genuss auch der im Pianissimo vorgetragenen Musikpassagen sicherstellt.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten erlaubt der Kleine Konzertsaal mit einem Platzangebot für bis zu 110 Personen. Kammer- und Solistenkonzerte sind hier ebenso möglich wie Lesungen oder Podiumsdiskussionen.

© Müller-BBM | HdM Innsbruck, Seitenwandverkleidung Kleiner Saal.

Kammerspiele, Black Box [K2] und Musikunterrichtsräume

Kammerspiele und Black Box [K2] im Untergeschoss können jederzeit ohne akustische Rücksichtnahme und ohne Beeinträchtigungen des Hörens gleichzeitig mit den beiden Konzertsälen und allen anderen Musikübungs-/unterrichtsräumen im Haus bespielt werden. Zur Optimierung der Bestuhlung in den Kammerspielen wurden Messungen im firmeneigenen Hallraum durchgeführt.

Um den speziellen Anforderungen der Vielzahl von Musikübe- und Musikunterrichtsräumen gerecht zu werden und vor allem Flatterechos zu vermeiden, wurden unter anderem Wände schräg statt gerade angeordnet und sämtliche Türübergänge zweischalig ausgeführt. Für einige der Studierzimmer hatte das Haus der Musik raumhohe Fenster gewünscht. Für diese wurden hochwertige Konstruktionen mit einem bewerteten Schalldämm-Maß von bis zu 65 dB verwendet, sodass zu jeder Tageszeit ein absolut störungsfreier Übungsverlauf möglich ist; unhörbar im Übrigen in den ebenfalls auf diesen Stockwerken befindlichen Verwaltungsräumen.

© Müller-BBM | HdM Innsbruck, Unterrichtsraum des Mozarteums mit raumhohen Fenstern.

Akustische Messungen vor der Eröffnung

Nicht nur während der Planung und Bauzeit, sondern auch vor der Eröffnung fanden akustische Messungen statt. Das Ergebnis zur Dokumentation der Bauausführung kann sich sehen lassen: bewertete Schalldämm-Maße der Trenndecken von über 80 dB und bewertete Norm-Trittschallpegel unter 30 dB sowie Trennwände mit bewerteten Schalldämm-Maßen über 70 dB bestätigen sowohl die anspruchsvolle Planung als auch die professionelle Bauausführung.

Damit ist die neue Begegnungsstätte der Musik gleichermaßen für den zukünftigen Lehr- und Lernbetrieb sowie für jegliche Art von Kulturveranstaltungen bestens gerüstet.

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