2. Informationstage
"Geräuschmindernde Fahrbahnbeläge in der Praxis —
Schwerpunkt Zweilagige Offenporige Asphalte (2OPA)"

 

28. und 29. April 2004 im Haus des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz, Augsburg

Eine Veranstaltung von MÜLLER–BBM unter Mitwirkung des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz, der Stadt Augsburg und des Institutes für Straßenwesen der RWTH Aachen. Mit freundlicher Unterstützung durch Continental AG, Hannover.


 
Der fortschreitende Ausbau der Bundesfernstraßen mit immer breiter werdenden Autobahnen und Bundesstraßen erfordert immer höhere Abschirmeinrichtungen und umfangreichere passive Schallschutzmaßnahmen, um die Anforderungen an den Schallschutz im Rahmen der gesetzlichen Lärmvorsorge zu erfüllen. Innerstädtische Situationen sind oft gekennzeichnet durch stetige Nachverdichtung von Wohnbebauung und Büronutzung, die mit einer Zunahme der Verkehrsdichte einhergeht. Die Errichtung von Abschirmeinrichtungen zur Minderung der Verkehrsgeräuschbelastung ist in diesen Situationen jedoch kaum möglich.

 

Fahrbahnbelag

Eine der wirksamsten Lärmschutzmaßnahmen überhaupt ist die Lärmbekämpfung an der Quelle. Diese Maßnahme erfordert die geringsten Eingriffe in Grund und Boden, in das Städte– und Landschaftsbild, oder gar in privates oder gewerbliches Eigentum. Eine der wesentlichsten Lärmquellen des Straßenverkehrs stellen heute die Reifen-Fahrbahn-Geräusche, also die Geräusche des auf der Fahrbahnoberfläche rollenden Reifens dar. Zur Minderung dieser Geräusche kann die Fahrbahnoberfläche sehr wirksam beitragen, ohne dass die anderen funktionalen Eigenschaften darunter leiden. Zu den wirksamsten Fahrbahndeckschichten zählen sogenannte zweilagige offenporige Asphalte (2OPA). Die zusätzliche Eigenschaft der Schallabsorption verleiht dieser Bauweise – neben ihrer rollgeräuschmindernden Textur – die Fähigkeit, nicht nur die Rollgeräusche von Pkw–, sondern auch von Lkw–Reifen deutlich zu reduzieren. Damit ist sie bislang die einzige Bauweise, die sowohl bei Pkw– als auch Lkw–Reifen "funktioniert" — und dies im Geschwindigkeitsbereich ab 50 km/h, also gerade auch in innerstädtischen Situationen. Mit dem zweilagigen Aufbau wird die akustische Wirksamkeit von Drainasphalten weiter ausgebaut und gleichzeitig die betriebstechnischen Nachteile offenporiger Bauweisen deutlich reduziert.

Die 2. Informationstage legten den Schwerpunkt auf diese neueste Generation hochwirksamer geräuschmindernder Fahrbahnbeläge. Die Tagung hat über die neuesten Erkenntnisse informiert, die insbesondere auch im Rahmen eines erstmals in Deutschland in innerstädtischer Situation ausgeführten Fahrbahnbelages mit 2OPA gewonnen werden konnten. In Fachvorträgen haben Müller–BBM, die Stadt Augsburg, das Bayerische Landesamt für Umweltschutz, das Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen, das Planungsbüro Hillebrand sowie die bauausführenden Firmen CTS Bitumen und Lorenz Leitenmaier über Grundlagen und alle Schritte dieses vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz geförderten und von der Stadt Augsburg geleiteten Pilotprojektes von der Planung, den vorbereitenden und baubegleitenden Maßnahmen und Untersuchungen bis hin zu den Erfahrungen mit dem Straßenbetriebsdienst im ersten Winterhalbjahr berichtet. Um den rund sechzig Teilnehmern der Tagung einen Eindruck von der Ausführung und Wirkung des 2OPA zu vermitteln, schloss das Programm auch eine Exkursion zu der Pilotstrecke auf der Bundesstraße B17 in Augsburg ein.

In einführenden Vorträgen haben der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz, Christoph Himmighoffen, der Umweltreferent der Stadt Augsburg, Stadtrat Schaller und Frau Dr. Wende vom Umweltbundesamt die Bedeutung der Bekämpfung des Straßenverkehrslärms an der Quelle für Staat, Städte und Gemeinden und die betroffene Bevölkerung eindrucksvoll beschrieben. In einem hochinteressanten "off–topic"–Vortrag von Herrn Dr. Gauterin, Continental AG, wurde auch auf das Lärmreduzierungspotenzial von Reifen und die Voraussetzungen, unter denen dieses Potenzial erschlossen werden könnte, eingegangen.

Die Beiträge zu dieser Tagung sind in einem Tagungsband erschienen, der bei Müller–BBM gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 100,00 € zuzüglich Mehrwertsteuer bezogen werden kann. Bestellungen richten Sie bitte an folgende email-Adresse:
UNietzschmann@MuellerBBM.de

 

 
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Dr.-Ing. Thomas Beckenbauer
Dipl.-Ing. (FH) Walter Weißenberger

 

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