Verkehr + Umwelt

Immissionsschutz und Verkehr

Der Straßenverkehr ist nach wie vor ein Hauptverursacher der Umweltbelastung in unseren Städten, trotz verbesserter Kfz-Motoren, geringerer Schadstoffgehalte in Kraftstoffen und Lärmminderungstechnologien. Dies liegt insbesondere am kontinuierlich steigenden Verkehrsaufkommen und daran, dass viele Hauptverkehrsstraßen in dicht besiedelten Bereichen liegen. Auch Schienen- und Flugverkehr tragen zu den verkehrsbedingten Umweltbelastungen bei.

In Deutschland fallen die Umweltbelastungen durch Verkehrsgeräusche und Luftschadstoffe ‑ und im Falle des Schienenverkehrs auch durch Erschütterungen – in den Geltungsbereich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) und der zugehörigen Verordnungen.

Zur Umsetzung des Immissionsschutzrechts verlangt der Gesetzgeber bei Vorhaben im Straßenbau (z. B. Planung von Umgehungsstraßen) und allgemein bei städtebaulichen oder sonstigen Planungen (Stichwort Bauleitplanung, z. B. neue Wohn- und Gewerbeflächen, Einkaufszentren, Tiefgaragen) den Nachweis, dass bei dem geplanten Vorhaben der Schutz vor schädlichen Umweltauswirkungen durch verkehrsbedingte Immissionen sichergestellt ist. Auch beim Bau oder Ausbau von Schienenstrecken, Flughäfen oder Tank- und Rastanlagen sind die zu erwartenden Immissionen von Verkehrsgeräuschen und Luftschadstoffen sowie ggf. von Licht und Erschütterungen auf die Umgebung zu ermitteln. Müller-BBM unterstützt Sie hierbei durch Messung und Prognose der Immissionen und berät Sie bei der Planung und Auslegung geeigneter Schutzmaßnahmen.

Verkehrsgeräusche

Die Mobilität der Bevölkerung und – damit einhergehend – die Frequentierung der Verkehrswege an Land und in der Luft nimmt ständig zu. Mehr und mehr Anwohner fühlen sich von Verkehrslärm belästigt.

Für die Beurteilung des Verkehrslärms sind unterschiedliche gesetzliche Grundlagen zu beachten: So sind z. B. beim Bau oder der wesentlichen Änderung von Straßen- und Schienenwegen sowie von Anlagen des Flugverkehrs in einem ersten Schritt die Geräuschimmissionen zu prognostizieren und beurteilen. Zu diesem Zweck führt Müller-BBM umfangreiche Simulationen in dreidimensionalen Berechnungsmodellen durch. Gleiches gilt für ähnliche Fragestellungen in der Bauleit- oder der Lärmminderungsplanung. An bestehenden Verkehrsanlagen können wir die Geräusche bei Bedarf auch messtechnisch erfassen.

Abhängig vom Verkehrslärmpegel ist es anschließend gegebenenfalls erforderlich, mit geeigneten Schutzmaßnahmen die schalltechnische Verträglichkeit sicherzustellen. In enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und anderen Planungsbeteiligten entwickeln wir dazu optimale Lösungen für den Einzelfall, für die Bauleitplanung sowie großräumige Strategien für die Lärmaktionsplanung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Fachgebieten im Hause Müller-BBM (z. B. Erschütterungsschutz, Lufthygiene oder Lichtimmissionen) ermöglicht die gleichzeitige Berücksichtigung unterschiedlicher Schutzziele.

Im Straßen- und Schienenverkehr planen wir aktive Schutzmaßnahmen wie z. B. lärmarme Straßenbeläge, schalltechnisch optimierte Oberbauarten bei Schienenwegen, Abschirmanlagen in der Form von Wällen, Wänden oder Kombinationen aus beiden ebenso wie passive Maßnahmen, z. B. Schallschutzfenster bei Anwohnern. Der Flugverkehr erfordert nicht selten andere Lösungen, etwa die Planung schalltechnisch günstiger Flugstrecken oder Betriebszeiten.


Aufgrund unserer intensiven Forschungsarbeit und unseres Engagements in Normungsgremien entsprechen die von uns vorgeschlagenen Schallschutzmaßnahmen stets dem aktuellen Stand der Lärmminderungstechnik.

Zur dauerhaften Überwachung des Verkehrslärms und für das Monitoring von Schallschutzmaßnahmen stehen bei Müller-BBM eine Vielzahl von Messsystemen zur Verfügung, die wir speziell an die jeweilige Situation anpassen können.

Luftschadstoffe

Der Gesetzgeber muss dafür Sorge tragen, dass die in der EU-Richtlinie 2008/50/EG festgelegten Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit eingehalten werden und entsprechende Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft gesetzt werden (z. B. 39. BImSchV). Von besonderer Bedeutung sind dabei derzeit insbesondere die Schadstoffe Feinstaub (PM10 und PM2,5) und Stickstoffdioxid (NO2) in der Luft.

Sofern die Immissionsgrenzwerte der 39. BImSchV überschritten werden, müssen die zuständigen Immissionsschutzbehörden oder Kommunen Luftreinhaltepläne auf der Basis von Emissions- und Immissionsprognosen erstellen. Mit den Immissionsprognosen lässt sich auch die Wirksamkeit möglicher Maßnahmen, z. B. von Durchfahrverboten, im Vorfeld prüfen.

Auch unter dem Aspekt des Naturschutzes, z. B. der Erhaltung von Fauna-Flora-Habitaten (FFH) können verkehrsbedingte Schadstoffstoffeinträge von Relevanz sein. Falls ausgewiesene FFH-Gebiete im Einflussbereich von Planungen liegen, sind nach aktueller Rechtsprechung neben den Konzentrationen der Schadstoffe auch die Stickstoffeinträge in die jeweiligen geschützten Flächen zu untersuchen.

Für Ihr Vorhaben bieten wir Ihnen problemorientierte Lösungen an, die von der Prognose der Emissionen und Immissionen über die Mitwirkung bei Luftreinhalteplänen und/oder Lärmaktionsplänen bis zur Überwachung der Luftqualität durch Immissionsmessungen reichen. Weitere Informationen und Angebote dazu finden Sie unter den nachgeordneten Seiten.

Erschütterungen

Schienenfahrzeuge können – zusätzlich zu Verkehrsgeräuschimmissionen – auch Erschütterungsimmissionen verursachen, die besonders bei unterirdische Strecken zu Belästigungen der Bewohner und Nutzer von Gebäuden im Nahbereich führen können. Hier sind möglichst bereits in der Planungsphase geeignete Schutzmaßnahmen vorzusehen. Durch Prognose der zu erwartenden Erschütterungen können geeignete und gleichzeitig wirtschaftliche Maßnahmen zum Schutz der Bewohner vor Erschütterungsimmissionen dimensioniert werden.

Müller-BBM kann Sie hier in allen Planungs- und Bauphasen beraten und unterstützen.

Licht

Licht ist eine Immission im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, die es so weit als möglich zu vermeiden oder zu reduzieren gilt. Auch im Nahbereich von Verkehrswegen sind daher die Auswirkungen von Beleuchtungsanlagen genau zu prüfen und ggf. an die rechtlichen Vorgaben anzupassen. Müller-BBM unterstützt Sie hierbei durch Beratung und Messung in jeder Projektphase.

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