
Innen- und Außengeräusche sind wesentliche Kriterien für die Planung und den Bau neuer Schienenfahrzeuge. Müller-BBM bringt sein Know-how in den unterschiedlichsten Phasen der Entwicklung ein. In der Konzeptphase unterstützen wir Hersteller von Schienenfahrzeugen bei der Definition akustischer Ziele und bei der unmissverständlichen Umsetzung dieser in Lastenheften und Einzelspezifikationen. Mit Hilfe von Simulationsrechnungen werden die Angaben der verschiedenen Gewerke bewertet und im Laufe des sog. Akustik-Management fortgeschrieben. Umfangreiche messtechnische Untersuchungen an Schienenfahrzeugen geben uns einen Erfahrungsschatz, der es ermöglicht, die in der Planung erhaltenen Ergebnisse laufend auf Plausibilität zu prüfen. Systematische Transfer-Pfad-Analysen ermöglichen es, die Erfahrung dort, wo erforderlich, weiter auszubauen.
Im Zuge eines vereinten Europas muss die Interoperabilität der Fahrzeuge für die verschiedenen Streckennetze gewährleistet sein. Die Fahrzeuge müssen den nationalen Regelwerken für den Lärmschutz entsprechen. Zudem muss die Sicherheit der Fahrzeuge mit möglichst geringem Gewicht realisiert werden.
Das Ganze geschieht vor dem Hintergrund eines sehr komplexen Systems, an dem unterschiedlichste Lieferanten tätig sind und deren Bausteine so zusammengefügt werden müssen, dass sowohl im Innenraum des Fahrzeuges ein angenehmer Komfort als auch außerhalb und im Bahnhof die vielfältigen akustischen Anforderungen für das Gesamtsystem erfüllt werden können.
Die Arbeit von Müller-BBM im Bereich der Bahntechnik beschränkt sich nicht nur auf die Akustik der Fahrzeuge. Aufgrund der Gewichtsanforderungen an Fahrzeuge und den besonders im außereuropäischen Ausland zum Teil schlechten Streckenzustand gewinnt das Thema "Ermüdung" immer mehr an Bedeutung. Müller-BBM führt vielkanalige Schwingungsuntersuchungen, zum Teil mit Telemetrie, mit Hilfe von Schall-, Beschleunigungs-, Dehnungs-, Weg- und Temperatursensoren durch, um die Beanspruchung des Fahrzeuges und bestimmter Bauteile im Betrieb zu erfassen. Flankiert werden diese Untersuchungen mit rechnerischen Simulationen z.B. unter Berücksichtigung der gängigen Schadensakkumulationshypothesen.
Bahntechnik endet nicht am Fahrzeug. Zum System Bahn gehören auch die Fahrwege, deren Fortentwicklung aus akustischer Sicht bewertet und begleitet werden muss. Müller-BBM hat gemeinsam mit der DB AG ein Rad- / Schiene-Impedanzmodell (RIM) entwickelt, in dem die Körperschallabstrahlung und die Schallabstrahlung von Zugvorbeifahrten bei Anregung durch Fahrflächenrauheiten berechnet werden kann.
Weiter befasst sich Müller-BBM mit der Prognose von Schall und Schwingungen, wie z. B. von Brücken oder Gleisüberbauten. Die Komponenten des Oberbaus werden hinsichtlich ihrer dynamischen Eigenschaften im hauseigenen Federprüfstand oder im Betriebsgleis untersucht.
Wir erfassen die Fahrbahnrauheiten sowie die für den Komfort und für die Akustik relevanten Rauheiten der Radoberflächen mit selbst entwickelten Messgeräten. Für die laufende Überwachung von Radunrundheiten hat Müller-BBM eine Gleismessstelle entwickelt, die bei Betreibern des öffentlichen Nahverkehrs zur laufenden Qualitätskontrolle der Räder von Straßenbahnen eingesetzt wird.
Müller-BBM ist als Prüfstelle für eisenbahntechnische Prüfungen an Schienenfahrzeugen vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) anerkannt. Die Anerkennung umfasst Luft- und Körperschallmessungen, die Prüfung des Schwingungsverhaltens von Schienenfahrzeugbauteilen und der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) von Bauteilen für Schienenfahrzeuge.
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