WIPO-Konferenzsaal in Genf

Müller-BBM verantwortlich für bauphysikalisches Gesamtkonzept

Ihre neue Verwaltung in Genf hat die Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO (World Intellectual Property Organization) bereits 2011 bezogen. Die OMPI (Organisation Mondiale de la Propriété Intellectuelle) stellt ein hochkompliziertes Arbeitsfeld für Juristen zur Sicherung von immateriellen Gütern dar und arbeitet mit den Patentämtern der einzelnen Staaten zusammen. Um den steigenden Raumbedarf für multilaterale und bilaterale internationale Gespräche abzudecken, ergänzten Behnisch Architekten aus Stuttgart das Ensemble jetzt um einen neuen Konferenzsaal mit neun Dolmetscherkabinen, einem neuen Eingangsgebäude und mehreren Sitzungszimmern im  bestehenden Hauptgebäude. Der neue WIPO-Konferenzsaal zwischen dem Hauptgebäude (dem Arpad-Bogsch-Gebäude) und dem Verwaltungsgebäude im UNO-Quartier an der Place des Nations bietet Platz für rund 900 Personen. Mit seiner Eröffnung im September 2014 wurde nun ein prägnanter gestalterischer Akzent und ein Schlusspunkt hinter eine Serie von Bauprojekten auf dem Genfer WIPO-Gelände gesetzt. Gemeinsam mit Behnisch Architekten entwickelte Müller-BBM ein anspruchsvolles bauphysikalisches Gesamtkonzept für den Wärmeschutz der Holzbaukonstruktionen sowie für Raumakustik, Elektroakustik, Bauakustik und Schallschutz gegen Außenlärm.

© WIPO 2014 Photo: Emmanuel Berrod

 

Neue Dimension im konstruktiven Holzbau

Die Basis bildet eine Tragkonstruktion aus Holz, die neben hohen Anforderungen an den Wärmeschutz auch bauphysikalische Aspekte in Verbindung mit Wasserdampfkondensation innerhalb der riesigen Bauteilquerschnitte von Außenwänden und Dachkonstruktionen berücksichtigt. Holz als Baustoff dominiert auch innen. Einzelne Hohlkastenträger ergänzen sich beim angewendeten Holzbausystem zum Flächentragwerk. Die Architekten sprechen von einer "neuen Dimension im konstruktiven Holzbau". Im Inneren des Konferenzsaals fügen sich ihre Eigenentwürfe - Lichtkugeln, Konferenztische und -stühle - zum stimmigen Gesamtbild. Punktuell wird es durch Glas und Steinböden kontrastiert.

© WIPO 2014 Photo: Emmanuel Berrod

 

Schallschutz gegen Außenlärm

Der Neubau steht an einer vielbefahrenen innerstädtischen Hauptverkehrsstraße, an dieser Stelle gibt er dem Gesamtensemble Halt im heterogenen Stadtraum. Ein nach Norden orientiertes großes Fenster öffnet sich zur Stadt und weiter zum Mont-Blanc-Massiv. Den akustischen Maßnahmen zum Schallschutz gegen Außenlärm kam daher ein besonderer Stellenwert zu.

Raumakustik im neuen Konferenzsaal

Die raumakustischen Maßnahmen für den Konferenzsaal mit seinen rund 900 Sitzplätzen und einem Raumvolumen von ca. 9.000 m³ zielen hauptsächlich auf eine hervorragende Sprachverständlichkeit ab. Akustisch optimierte Wand- und Deckenflächen mit außergewöhnlicher Optik werden zur gezielten Schalllenkung und Schallabsorption eingesetzt. Die konkreten raumakustischen Maßnahmen, insbesondere die eingesetzten mikroperforierten Holzakustikplatten, sind optisch kaum wahrnehmbar. Die komplette Beschallung für den Saal ist innovativ in den filigran aufgebauten Kugeln integriert. In Verbindung mit einer angemessenen Nachhallzeit für einen Konferenzsaal dieser Größe wird eine bestmögliche Kommunikation erreicht.

© WIPO 2014 Photo: Emmanuel Berrod

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