Verfahren zur Messung und Prognose der Einwirkung tieffrequenter Schalle an Immissionsorten

Verfahren zur Messung und Prognose der Einwirkung tieffrequenter Schalle an Immissionsorten

Studie leistet Beitrag zur Novellierung der DIN 45680

Im Rahmen der Energiewende soll der Anteil erneuerbarer Energien entsprechend schrittweise in Deutschland erhöht werden. In diesem Zusammenhang kommen verstärkt Windenergieanlagen und Geräte zur Heizung, Lüftung oder Kühlung von Gebäuden innerhalb von Wohngebieten, wie beispielsweise Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen zum Einsatz. Diese Entwicklung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Dieser Trend hält an, zumal ein solcher dezentraler Einsatz dieser Geräte im Rahmen der Energiewende politisch erwünscht und auch gefördert wird. Häufig werden die betreffenden Anlagen durchgängig rund um die Uhr in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohn- und Erholungsgebieten betrieben und strahlen daher auch nachts unvermindert tieffrequente Geräusche ab. Das hat verstärkt zum Auftreten von Geräuschproblemen im Zusammenhang mit dem Betrieb solcher Geräte und Anlagen geführt. Wie eine Vielzahl von Beschwerdefälle zeigt, spielen die individuell erlebten Belästigungen durch tieffrequenten Schall einschließlich Infraschall heute mehr denn je eine zentrale Rolle im Immissionsschutz der Wohnumgebung.

Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (§ 5 BImSchG) in Verbindung mit der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm, 6. AVwV zum BImSchG) zählen zu den schädlichen Umwelteinwirkungen auch die erheblichen Belästigungen durch Geräusche. Die TA Lärm in Verbindung mit der Norm DIN 45680 (1997) soll dem Schutz sowie der Vorsorge der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch tieffrequente Geräusche dienen. In der Vergangenheit haben sich jedoch die Hinweise verdichtet, dass das durch die Anwendung der DIN 45680 (1997) vorgegebene Schutzziel für eine maximal zulässige Lärmbelastung für die Anlagen der Energiewende nicht ausreicht und das Wissen dazu lückenhaft ist. Lange schon wird nach einer Lösung gesucht. Die derzeitig notwendige Überarbeitung der Norm DIN 45680 aus dem Jahre 1997 soll dem Stand der Technik entsprechen und damit auch noch heute andauernde Probleme der Beurteilung tieffrequenter Geräusche beheben. Es besteht unter den gegenwärtigen neuen technischen Bedingungen von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien ein schalltechnischer Aufklärungsbedarf zur „Messung, Bewertung und Beurteilung tieffrequenter Geräusche“.

Vor diesem Hintergrund leistet die Müller-BBM Studie „Verfahren zur Messung und Prognose der Einwirkung tieffrequenter Schalle an Immissionsorten für DIN 45680“ mit einer Zusammenfassung relevanter Grundlagen und neuer Erkenntnisse einen wichtigen Beitrag zur Novellierung der DIN 45680.

Messstelle nach § 29b Bundes-Immissionsschutzgesetz

Schema der Schallemission und -immission

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