Schwimmhalle Finckensteinallee, Berlin

Wiedereröffnung der historischen Schwimmhalle an der Finckensteinallee in Berlin-Lichterfelde

Müller-BBM als bauphysikalischer Berater der umfangreichen historischen Rekonstruktion

Nach vier Jahren Sanierungszeit konnte das Bad an der Finckensteinallee in Berlin-Lichterfelde am 22. August 2014 wieder der Öffentlichkeit übergeben werden. Der über 75 Jahre alte Bau wurde rundum erneuert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Unterstützt aus Mitteln des Umweltentlastungsprogramms II (UEP) haben die Berliner Bäder-Betriebe einen zweistelligen Millionenbetrag für die umfassende Rekonstruktion investiert. So konnte die 1938 eröffnete Bade- und Schwimmanstalt denkmalgerecht wiederhergestellt werden. Die detailbetonte Sanierungsarbeit wurde von Veauthier Meyer Architekten aus Berlin durchgeführt. Das Schwimmbad, im typischen NS-Baustil errichtet, war seinerzeit mit seinem 50 m langen Schwimmbecken das größte überdachte Bad in Europa. Das Bad wurde beginnend von der SS und später von den US-Alliierten bis 1994 ausschließlich vom Militär genutzt. Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Rückzug der US-Amerikaner aus Berlin ging die Schwimmhalle in das Eigentum des Berliner Senats über, der sie den Berliner Bäder-Betrieben übertrug.

© Tobias Reckert, Berlin

 

Energetische und akustische Sanierung mit Auszeichnung

Im Zuge der von Müller-BBM begleiteten energetischen Sanierung wurde das 50 x 25 m-Becken unter anderem in der Tiefe reduziert. Das neue wettkampfgerechte und durchgehend 2 m tiefe Becken fasst nun immerhin noch 2,5 Mio. statt vormals 4,5 Mio. Liter Wasser und ist als reines Sportbecken ohne Sprunggrube konzipiert. So konnten die Kosten der Bauarbeiten in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden. Die denkmalgeschützte Dachkonstruktion stellte die Planer vor große Herausforderungen. Aus Gründen der Gewichtsbeschränkung kam eine Wiederherstellung der historischen Lichtdecke, die durch eine Bombe im 2. Weltkrieg zerstört wurde, nicht mehr in Frage. Gleichzeitig waren energetische und raumakustische Aspekte zu berücksichtigen, und das mit hohem gestalterischem Anspruch. So wurde eine neue, ca. 2.300 m² große Akustik-Abhängdecke mit kassettenförmiger Optik eingebaut, die an das ehemalige Aussehen des Glasdachs erinnert und gleichzeitig für eine wirkungsvolle Geräuschminderung der mit 16 m außergewöhnlich hohen Halle sorgt.

Die ''denkmalgerechte und energetische Sanierung der Schwimmhalle an der Finckensteinallee'' wurde mit einer Anerkennung beim ''Bauen im Bestand Preis 2014'' ausgezeichnet.

© Tobias Reckert, Berlin

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