Schall- und Wärmeschutz im neuen Konzertsaal der Barenboim-Said Akademie, Berlin

Schall- und Wärmeschutz im neuen Konzertsaal der Barenboim-Said Akademie, Berlin

Eröffnungskonzert im Pierre Boulez Saal am 4. März 2017

Im ehemaligen Kulissenlager der Berliner Staatsoper Unter den Linden wird am 4. März 2017 der Konzertsaal der Barenboim-Said Akademie öffentlich eingeweiht. Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper, hatte die Musikhochschule im Jahr 2012 gegründet, um Stipendiaten vornehmlich aus dem Nahen Osten zu fördern; hier musizieren Studierende aus Israel und den arabischen Ländern gemeinsam. Im Dezember 2016 konnte bereits der Akademiebetrieb in dem sanierten Gebäude aufgenommen werden, nun folgt die offizielle Eröffnung des Konzertsaals.

© Foto Till Schuster - Außenansicht Barenboim-Said-Akademie, Berlin

Neubau hinter neobarocker Fassade

Von außen betrachtet ist das Haus, dessen neuer Haupteingang sich Richtung Süden, zur Französischen Straße hin orientiert, immer noch das denkmalgeschützte, neobarocke Fünfziger-Jahre-Magazingebäude der Oper. Innen wurde es im Bereich des Konzertsaals komplett entkernt, während im Akademiebereich die Bestandsbauteile im Wesentlichen belassen wurden. Den Entwurf für den Umbau in eine Musikhochschule lieferte hg merz, Berlin. Die Architekten rw+, ebenfalls aus Berlin, übernahmen die Ausführungsplanung und Realisierung. In dem 850 m² großen, rechteckigen Raum ist ein ovales Auditorium mit ovalen Emporen entstanden. Durch wechselnde Konfigurationen der mobilen Sitzreihen nimmt der Saal verschiedene Gestalten an. Auf eine Kapazität von bis zu 680 Zuhörern ausgelegt, beträgt die Distanz zwischen Dirigent und Publikum nie mehr als 14 Meter. Hier steht das intime Musikerlebnis im Mittelpunkt. Nach ihrer umfassenden Sanierung verfügt die Akademie jetzt neben dem Konzertsaal über verschiedene Seminar- und 21 Proberäume, einen Hörsaal und Büros.

© Foto Till Schuster – Pierre Boulez Konzertsaal

Optimaler Schallschutz, gute Probebedingungen, Energetische Ertüchtigung

Im Rahmen der Sanierung war Müller-BBM mit der bau- und raumakustischen Beratung der Akademie, der bauakustischen Planung des Konzertsaals sowie der Planung der denkmalgerechten energetischen Sanierung der thermischen Gebäudehülle beauftragt.

Eine besondere Herausforderung war es, den sensiblen Konzertsaal vor dem Verkehrslärm der stark befahrenen Französischen Straße zu bewahren, zumal der Entwurf von Frank O. Gehry große (auch aus Gründen des Denkmalschutzes zu erhaltende) Fenster im Konzertsaal vorsah. Durch die gelungene Umsetzung hochschalldämmender Kastenfensterkonstruktionen ist es nun möglich, während eines Konzertes das Berliner Straßenleben zu beobachten und gleichzeitig der verklingenden Musik frei von störenden Geräuschen zu lauschen.

Trotz des engen Kostenrahmens und der schwierigen Rahmenbedingungen durch die Bestandskonstruktionen konnten auch im Akademiebereich die bau- und raumakustischen Maßnahmen der Proberäume mit einem hohen Standard realisiert werden. Neben der Konzeption und Umsetzung von Wärmeschutzmaßnahmen erfolgte eine hochwertige Ertüchtigung der Fenster im Bestand.

© Foto Till Schuster – Probenraum der Barenboim-Said Akademie, Berlin

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