Mikrobielle Anforderungen an den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern

Mikrobielle Anforderungen an den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern

Derzeit liegt die 42. BImSchV – Verordnung über Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider (VerdunstKühlV) – beteiligten Kreisen als Entwurf zur Anhörung vor. Diese Verordnung soll zukünftig für die oben genannten Anlagen gelten, in denen Wasser verrieselt oder versprüht wird oder anderweitig in Kontakt mit der Atmosphäre kommt, und die keiner Genehmigung nach § 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bedürfen. Dabei wird herausgestellt, dass Anlagen im Anwendungsbereich der Verordnung so zu errichten und zu betreiben sind, dass Verunreinigungen des Kühlwassers oder Waschwassers durch Mikroorganismen, insbesondere Legionellen, nach dem Stand der Technik vermieden werden. Hierbei wird auch festgelegt, dass der Betreiber dieser Anlagen regelmäßig das Kühl- und Waschwasser auf die Konzentration an Mikroorganismen und von Legionellen untersuchen muss und wie die Maßnahmen bei einem Anstieg der Koloniezahlkonzentrationen bzw. Überschreitung der Prüf- und/oder Maßnahmenwerte durchzuführen sind. Ferner werden die einzuhaltenden Informationspflichten aufgeführt. Ausnahmen können auf Antrag des Betreibers bei der zuständigen Behörde unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden.

Die Befugnis der zuständigen Behörde, andere oder weitergehende Anforderungen, insbesondere zur Vermeidung schädlicher Umweltwirkungen nach § 22 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, zu stellen, bleibt von der zukünftigen Verordnung unberührt. Im Einzelfall kann es erforderlich sein, nicht nur das Vorhandensein von Mikroorganismen im Wasser, sondern auch in der Abluft und / oder in der Umgebung nachzuweisen.

Während die Probenahme aus dem Kreislaufwasser weitgehend Routine ist, stellt die Probenahme von Bioaerosolen in der Luft eine besondere Herausforderung dar. Emissions- und Immissionsmessungen luftgetragener Mikroorganismen und Viren in der Außenluft gehören bei Müller-BBM zu den nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 und CEN/TS 15675:2007 akkreditierten Verfahren. Im Hinblick auf schädliche Umweltwirkungen und/oder den Arbeits- und Gesundheitsschutz bietet der Geschäftsbereich Umwelt u. a. folgende Verfahren an:  

  • VDI 4251 Blatt 1 2007-02 (mit Berichtigung) Erfassen luftgetragener Mikroorganismen und Viren in der Außenluft - Planung von anlagenbezogenen Immissionsmessungen – Fahnenmessung
  • VDI 4251 Blatt 2 Entwurf 2014-07 Erfassen luftgetragener Mikroorganismen und Viren in der Außenluft - Ermittlung gebietstypischer Hintergrundkonzentrationen
  • VDI 4252 Blatt 2 2004-06 Erfassen luftgetragener Mikroorganismen und Viren in der Außenluft - Aktive Probenahme von Bioaerosolen - Abscheidung von luftgetragenen Schimmelpilzen auf Gelatine/Polycarbonat-Filtern
  • VDI 4252 Blatt 3 2008-08 Erfassen luftgetragener Mikroorganismen und Viren in der Außenluft - Aktive Probenahme von Bioaerosolen - Abscheidung von luftgetragenen Bakterien mit Impingern nach dem Prinzip der kritischen Düse
  • VDI 4257 Blatt 1 2013-05 Bioaerosole und biologische Agenzien - Messen von Emissionen - Planung und Durchführung von Emissionsmessungen
  • VDI 4257 Blatt 2 2011-09 Bioaerosole und biologische Agenzien - Messen von Emissionen - Probenahme von Bioaerosolen und Abscheidung in Flüssigkeiten
  • IFA Nr. 9420: Verfahren zur Bestimmung der Schimmelpilzkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz
  • IFA Nr. 9430: Verfahren zur Bestimmung der Bakterienkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz
  • IFA Nr. 9450: Verfahren zur Bestimmung der Endotoxinkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz
Auch Kühltürme fallen zukünftig unter die Vorgaben der „Verordnung über Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider (VerdunstKühlV)“ der 42. BImSchV.

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