Konzerthaus Blaibach setzt architektonisch und klanglich Akzente

Konzerthaus Blaibach

Mitten in einem kleinen Dorf im Bayerischen Wald setzt ein neues Konzerthaus architektonisch und klanglich Akzente

Ein kleines Dorf im Bayerischen Wald hat geschafft, woran große Metropolen regelmäßig scheitern: Seit September 2014 ist die 2.000-Seelen-Gemeinde stolzer Besitzer eines eigenen hochklassigen Konzertsaals. Ermöglicht wurde das einzigartige Projekt durch die Initiative und Energie des weltbekannten Baritons Thomas E. Bauer, den kreativen Gestaltungsreichtum des Architekten Peter Haimerl und nicht zuletzt das beeindruckende Engagement der Dorfgemeinschaft. Belohnt wurden sie mit einem 200 Zuhörer fassenden, absolut außergewöhnlichen Kammermusiksaal, in dem bekannte Künstler auf höchstem Qualitätsniveau auftreten. Ein Saal der das Zeug dazu hat, Menschen anzuziehen und zu inspirieren, weit über das Umland hinaus. Die ungewöhnliche Raumform des schräg aus dem Boden ragenden großen Quaders setzt einen mutigen Akzent inmitten der ländlichen Dorfidylle. Im Inneren öffnet sich eine völlig neue Welt, in der gefaltete Wand- und Deckenflächen aus leichtem Spezialbeton zusammen mit einem fein konturierten Lichtkonzept eine eindrucksvolle und individuelle Atmosphäre schaffen. Optisch betont wird der besondere Charakter des Raumes auch durch transparente Gittersitze auf offenen Tribünenstufen.

© Edward Beierle, München

 

Und dann beeindruckt der Klang. Die differenzierte Ausrichtung und Strukturierung der Raumoberflächen und die damit einhergehende Schallführung haben die Akustiker von Müller-BBM in enger Zusammenarbeit mit dem Münchner Architekten Peter Haimerl erarbeitet. Mithilfe von akustischen Simulationen im Computermodell wurden neueste Erkenntnisse der raumakustischen Forschung umgesetzt. So ließen sich die individuellen akustischen Gesetzmäßigkeiten kleiner Konzertsäle perfekt realisieren. Zwischen den aufgefalteten Betonstrukturen und unter den Sitzbänken versteckte Schallabsorber optimieren den Raumklang im gesamten Frequenzspektrum. Das Klangvolumen der Musiker wird damit ideal übertragen, die Musik kann sich vom feinsten Wispern bis hin zum Fortissimo eines Orchestertuttis transparent und gleichzeitig packend entfalten. Wer einmal da war, weiß, was Künstler, Publikum und Fachpresse meinen, wenn sie einhellig die einzigartige klangliche Durchsichtigkeit und Lebendigkeit des Saales loben.

© Edward Beierle, München

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