Das NS-Dokumentations-zentrum in München eröffnet mit Medientechnik von Müller-BBM

Das NS-Dokumentationszentrum in München eröffnet mit Medientechnik von Müller-BBM

Es soll Geschichte unvergessen machen: Das NS-Dokumentationszentrum München setzt sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt, den Ursachen, Ausprägungen und Folgen der Diktatur auseinander. Der puristische Neubau aus weißem Sichtbeton steht auf dem Grundstück der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP an der Brienner Straße. Mit fünf Geschossen, 22,50 m x 22,50 m Kantenlänge und einer BGF von 4.100 m² setzt sich das Gebäude in Form und Größe von den historischen Bauten in der unmittelbaren Umgebung ab und überragt auch den angrenzenden „Führerbau“. Architektur und Außenraumgestaltung stehen für den fundamentalen Bruch mit der NS-Historie und im Kontrast zu ehemaligen NSDAP-Verwaltungsbauten in der Nachbarschaft wie der heutigen Musikhochschule. Als Bauherr beauftragte die Landeshauptstadt München die Berliner Architekten Bettina Georg, Tobias Scheel und Simon Wetzel mit dem Entwurf. Die Planungs- und Bauzeit betrug rund sieben Jahre (2008 – 2015).

Komplexe Medien-Netzstruktur

Von Februar 2013 an waren die Medienexperten von Müller-BBM in das Projekt eingebunden – als Berater, Planer und Bauleiter der Installationsmaßnahmen Medientechnik sowie für die Koordination von übergreifenden Gewerken wie der Ausstellungs- und Veranstaltungstechnik. Im Mittelpunkt standen die Planung der medientechnischen Infrastruktur, des Mediennetzwerkes, der Veranstaltungs- und Konferenzraumtechnik. Die Netzwerkstruktur des Dokumentationszentrums ist komplex und größtenteils auf Glasfaserbasis ausgelegt. Sie bildet die Grundlage für die moderne, zukunftsorientierte Infrastruktur der Medien- und Ausstellungstechnik. Zu den Herausforderungen der raumakustischen Planung gehörten die Anpassung der raumakustischen Maßnahmen an das architektonische Konzept sowie die Planung der medientechnischen Installationen – verschiedene Beamer, Flachbildschirme, "interaktive" Tische mit Touchbildschirmen, Beschallungs- und Mikrofonanlagen – und deren Anbindung an das Netzwerk. Damit die Wandflächen möglichst vollständig für die Ausstellungsgestaltung erhalten bleiben, wurde die erforderliche Qualität mit minimaler Inanspruchnahme von Flächen geplant.

Sprachalarmierungsanlage mit individuellem Lautsprecher-Layout

Unter Berücksichtigung der geplanten raumakustischen Verhältnisse in den Ausstellungsräumen wurde das Lautsprecher-Layout der Sprachalarmierungsanlage mittels eines Simulationsprogrammes designt. Verkleidungen an den Brüstungen und an den speziell entworfenen Deckenpaneelen optimieren die Raumakustik. Die Akustikpaneele sind farblich exakt auf die weiß lasierten Eichenholzböden von Seminar- und Vortragsraum abgestimmt. Daraus ergibt sich ein „weißes Raumkonzept“, das den monolithischen Entwurfs-Charakter des Gebäudes physisch erlebbar macht.

Das NS-Dokumentationszentrum München ist seit 1. Mai 2015 geöffnet.

© Jens Weber, München

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