Das neue Kulturzentrum von Lugano öffnet seine Pforten

Perfekte Verschmelzung von Architektur und Akustik: Das neue Kulturzentrum von Lugano öffnet seine Pforten

Mit einer breit gefächerten Veranstaltungsreihe wird das neue Kulturzentrum von Lugano, das LAC Lugano Arte e Cultura, mit seinem Theatersaal eröffnet – durch die Zusammenarbeit des Architekten Ivano Gianola und Müller-BBM ist eine perfekte Verschmelzung von Architektur und Akustik gelungen. Vom 12. bis 27. September 2015 werden zwei Wochen lang Theater, Ballett, Musik und Kunst auf der neuen Bühne gezeigt. Das LAC beherbergt sowohl das Museo d’Arte della Svizzera italiana als auch einen Theater- und Konzertsaal.

Der Saal verbindet in idealer Weise Form, Funktion und akustische Qualität dank der Synergie zwischen Architekt Ivano Gianola und den Akustikern von Müller-BBM, einem der weltweit führenden Unternehmen auf diesem Gebiet. Durch die große Vielfalt des Eröffnungsprogramms kann das Publikum die Vorzüge des neuen Theaters, das für einen größtmöglichen visuellen wie auch akustischen Genuss bis ins kleinste Detail geplant wurde, direkt erleben. Die Festlichkeiten werden mit der Theateraufführung “La Verità” der Compagnia Finzi Pasca eröffnet und enden mit der 9. Sinfonie von Beethoven, aufgeführt vom Orchestra della Svizzera italiana und dem Coro della Radiotelevisione Svizzera unter Leitung von Maestro Ashkenazy.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Architekt Ivano Gianola und den Akustikern von Müller-BBM begann bereits in der ersten Planungsphase des Theaters im Jahr 2002, wodurch eine harmonische Kombination architektonischer Elemente und technischer Maßnahmen möglich wurde. Das Ergebnis: eine exzellente Akustik. “Wir haben einen brillanten, vollen und umhüllenden Klang geschaffen”, so Jürgen Reinhold von Müller-BBM, verantwortlich für die Akustikplanung. "Als Basis dienten verschiedene Elemente, die wir von historischen Theatern her kennen: Die Strukturierung der Wandoberflächen, inspiriert von antiken Dekoren, trägt zur Schaffung eines weichen Klanges bei, und die Holzstruktur des Fußbodens ermöglicht es dem Zuhörer, die Schwingungen der Musik im ganzen Körper zu spüren”. Ähnlich einem Musikinstrument, ist der Saal vollständig mit Birnenholz ausgekleidet.

Ein hochmoderner Saal, der sich vom Konzertsaal in einen Theatersaal verwandeln lässt und gänzlich gegen Außenlärm geschützt ist

Mit einem Volumen von fast 10000 m³ bietet der Saal bis zu 1000 Zuschauern Platz und lässt sich von einem Konzertsaal für große Sinfonieorchester in einen Theatersaal für Schauspiel, Oper und Ballett verwandeln – jeweils mit einer für die entsprechende Nutzung herausragenden Akustik. Für Konzerte klassischer Musik wird eine Orchestermuschel aufgebaut und akustisch wirksame Vorhänge ermöglichen eine Anpassung der Nachhallzeit an unterschiedlichste Anforderungen. Für Opernaufführungen wurde ein Orchestergraben geschaffen, in welchem bis zu 70 Musiker Aufstellung finden.

Die Planung von Müller-BBM beinhaltete auch alle notwendigen Maßnahmen, um den Saal vor Außenlärm zu schützen und eine uneingeschränkte Parallelnutzung der Räumlichkeiten im LAC zu ermöglichen. Dazu wurde eine sogennante “Akustikfuge” eingebaut, d. h. eine besondere bauliche Maßnahme, die das Theater schalltechnisch vollständig isoliert: “Man könnte den Saal praktisch aus dem übrigen Gebäude herausnehmen” erklärt Akustiker Simone Conta von Müller-BBM, der die Bauarbeiten betreute. “Dadurch wird jegliche Übertragung von Schall aus dem Theater wie auch in das Theater verhindert”.

In den Gebäudekomplex des LAC wurden zudem kleinere Säle integriert, die als Raum zum Experimentieren gedacht sind. Sie können sowohl für Theater- und Musikproduktionen wie auch für Veranstaltungen mit einem kleineren Publikum genutzt werden. In der Agorà zu Füßen des hinter dem LAC liegenden Hügels können zudem Freilichtveranstaltungen stattfinden.

Theater- und Konzertsaal des LAC mit Orchestermuschel, © LAC 2015 – Foto: Studio Pagi
Theater- und Konzertsaal des LAC, Blick von der Bühne, © LAC 2015 – Foto: Studio Pagi
Außenansicht LAC, © LAC 2015 – Foto: Studio Pagi

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