BHKW-Anlagen im wohnnahen Bereich – eine schalltechnische Herausforderung für Planung und Betrieb

BHKW-Anlagen im wohnnahen Bereich – eine schalltechnische Herausforderung für Planung und Betrieb

Im Rahmen der "Energiewende" in Deutschland soll die Energieversorgung auf eine möglichst effiziente Nutzung von Energieträgern umgestellt werden. In diesem Zusammenhang hat die dezentrale Erzeugung von Energie erheblich an Bedeutung hinzugewonnen, da sie eine flexible Anpassung der Anlagenleistung an den lokalen Bedarf erlaubt, zusätzlich können durch die Nutzung der entstehenden Abwärme sehr hohe Wirkungsgrade der Gesamtanlage erzielt werden. Dezentrale Anlagen haben zudem einen geringen Platzbedarf, sie können auch in bestehende Gebäude und Anlagen integriert werden.

Daher werden immer häufiger Blockheizkraftwerke (BHKW) für die dezentrale Energieerzeugung eingesetzt. BHKW sind Anlagen zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme, sie bestehen im Wesentlichen aus einem Verbrennungsmotor und einem Generator. Bei entsprechender Nähe zum Verbraucher kann auch die gleichzeitig mit der Erzeugung von Elektroenergie anfallende Wärmeenergie (insbesondere die Motorabwärme) genutzt werden. Dieses Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erlaubt hohe Wirkungsgrade. Um die Vorteile einer KWK-Anlage effizient zu nutzen, müssen BHKW-Anlagen also möglichst nahe am Verbraucher errichtet werden.

Andererseits erzeugen BHKW unabhängig von ihrer Größe meist hohe Schallemissionen, die aufgrund der Geräuschcharakteristik von Verbrennungsmotoren auch ausgeprägte tieffrequente Pegelanteile enthalten. Wenn die Anlagen also sehr nah an Wohngebiete heranrücken, rufen sie ohne entsprechende Maßnahmen hohe Schallimmissionen hervor, die zu Lärmbeschwerden von Anwohnern führen können und/oder die immissionsschutzrechtlichen Anforderungen zum Lärmschutz nicht erfüllen.

Mit geringer werdendem Abstand zwischen BHKW-Anlage und schutzbedürftigen Nutzungen steigen die Anforderungen an die schalltechnische Planung und die Schutzmaßnahmen deutlich an.

Müller-BBM unterstützt Planer, Anlagenhersteller und Betreiber bereits bei der Suche nach einem schalltechnisch geeigneten Standort für BHKW. Die schalltechnischen Anforderungen sollten möglichst frühzeitig im Planungsprozess berücksichtigt werden: so kann Konfliktpotential rechtzeitig erkannt und der technische und wirtschaftliche Aufwand für Schallschutzmaßnahmen in einem angemessenen Rahmen gehalten werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Gutachten zur Geräuschemissionen und -immission

Bitte beachten Sie hierzu auch folgende Veranstaltung am 06.04.2017 in Kassel: https://www.bhkw-konferenz.de/veranstaltung/06-04-17-technische-einbindung/ 

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