Auszeichnung: BDA-Preis Mecklenburg-Vorpommern  für "Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz"

Auszeichnung: BDA-Preis Mecklenburg-Vorpommern für "Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz"

Er wird alle drei Jahre verliehen:

Mitte März 2016 ging der BDA-Preis Mecklenburg-Vorpommern an das "Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz" in Neustrelitz. Der Komplex integriert ein historisches Postgebäude, die alte Kaiserliche Post, einen lichtdurchfluteten Neubau und eine großzügige Gartenanlage. Er wurde Anfang Oktober 2015 eröffnet, um dem Bildungs- und Kulturangebot in der Region neue Impulse zu geben und den Tourismus zu stärken. Für die rund drei Jahre dauernde, umfassende Sanierung und Restaurierung investierte der Bauherr, die Residenzstadt Neustrelitz, mehr als 5,5 Millionen Euro.

Mit offen gestalteten Grundrissen für den Erweiterungsbau an das alte Postgebäude haben die Berliner BHBVT Architekten die verschiedenen Funktionsbereiche - ein Museum, das regionalgeschichtliche Karbe-Wagner-Archiv, den Veranstaltungssaal und die Stadtbibliothek - auf insgesamt 4.350 Quadratmetern Bruttogeschossfläche räumlich miteinander verflochten. Indem sie darüber hinaus sämtliche Umbauten weitgehend zurückgebaut haben, machen sie das alte Postgebäude selbst wieder in seiner ursprünglichen Konzeption erlebbar.  

© Werner Huthmacher, Berlin

 

Gelungene räumliche Verflechtung

Ausgehend von der historischen Eingangssituation der ehemaligen Post geleitet eine Sequenz von Räumen den Besucher in das Herz des Gebäudes, die "Lichtfuge" zwischen Alt- und Neubau. Mit der hier liegenden Treppenverbindung schafft diese in der Vertikalen die im Altbau nicht gegebene, angemessene öffentliche Erschließung des Obergeschosses.

An die portalartige Situation schließt der Foyerbereich des Neubaus an und öffnet die gesamte Anlage zum neuen Außenbereich mit Café und großzügiger Terrasse, als Treffpunkt und für sommerliche Veranstaltungen. Eine Treppenanlage nimmt die vorhandene topographische Situation auf und dient als Tribüne für den künftig in die Tiefe des Grundstücks reichenden Obstgarten mit kleinem Bühnenpodest.

© Werner Huthmacher, Berlin

 

Energetisch ertüchtigt, raumakustisch optimiert

Bei der Sanierung legten die Planer ein besonderes Augenmerk darauf, den Bestand denkmalgerecht energetisch zu ertüchtigen. Die Experten von Müller-BBM, die für die bauphysikalische Bewertung im Hinblick auf Raumklima und Akustik in den Ausstellungsräumen hinzugezogen wurden, empfahlen die Ertüchtigung der historischen Fenster in Kombination mit  bereichsweise angeordneten Innendämmsystemen - als additive Maßnahmen zum historischen Bestand.

Das Ergebnis spricht für sich: der Neubau wurde - nach dem Dämmkonzept von Müller-BBM - energetisch so optimiert, dass er die Anforderungen der EnEV 2009 um rund 50 Prozent unterschreitet.

Das raumakustische Konzept, das Müller-BBM zusammen mit den Architekten bereits in der Planungsphase insbesondere für die öffentlich zugänglichen Gebäudebereiche wie den Saal, das Foyer, die Bibliothek und die Ausstellung entwickelte, umfasste Maßnahmen wie verschiedene Wand- und Deckenbekleidungen mit schallabsorbierenden Eigenschaften oder die flexible, individuell angepasste Möblierung.

© Werner Huthmacher, Berlin

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