Ausgezeichnete Lernlandschaften

Ausgezeichnete Lernlandschaften

Schmuttertal-Gymnasium Diedorf erhält DGNB Preis für „Nachhaltiges Bauen“ 2016

Es ist eine Schule mit Modellcharakter. Der moderne Holzbau von Hermann Kaufmann Architekten, Dornbirn, und Florian Nagler Architekten, München, überzeugt mit hoher Gestaltungsqualität, Nachhaltigkeit und einem unkonventionellen pädagogischen Architekturansatz: der Unterricht findet in offenen Lernlandschaften statt. Der Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums in Diedorf bei Augsburg wurde in nur zwei Jahren, von 2013 bis 2015, geplant und realisiert. Er bietet Raum für bis zu 1.000 Schüler.

© Caroline Hirschfeld – Schulhof im Schmuttertal-Gymnasium, Diedorf

Durchgängige Akustikberatung

In den Unterrichtsräumen gibt es keinen festen Bestuhlungsplan. Selbstaktives Arbeiten findet in kleineren Tischgruppen an jeder Stelle im Raum, aber auch in den offen angrenzenden, sogenannten Marktplätzen statt. Diese Planungs- und Bauweise setzte eine sensible und sorgsame Raum- und Akustikplanung und Ausführung voraus. Über alle Leistungsphasen hinweg standen die Experten von Müller-BBM dem Architektenteam als Berater und Planer zur Seite: für die Belange der Raum- und Bauakustik, Wärmeschutz und Energiebilanzierung, den Schallschutz gegen Außenlärm bis hin zur Durchführung von Prüfstands- und Abnahmemessungen.

© Caroline Hirschfeld – Offene Lernlandschaften, Schmuttertal-Gymnasium

Konstruktionen auf dem Prüfstand

Um die akustische Behaglichkeit im Gebäude zu steigern, wurden bislang übliche raumakustische Anforderungen angepasst und in einem aufwändigen Prozess schallabsorbierende Verkleidungen für Wände und Decken entwickelt. Ein besonderes Augenmerk erforderten die komplexen Luft- und Körperschallübertragungen in einem Holzbau wie in Diedorf. Entsprechende Konstruktionen wurden im Prüfstand von Müller-BBM unter Berücksichtigung sämtlicher statischer, brandschutztechnischer, architektonischer und akustischer Anforderungen untersucht, variiert und optimiert.

Multifunktionale Pausenhalle

Spezielle schalldämmende und schallschluckende Konstruktionen mit variablen Elementen erlauben die Umnutzung der Pausenhalle zur Aula oder einem Veranstaltungsraum mit Bühne, wobei die Bühne mit Mobilwänden von der Pausenhalle abgetrennt und als Mehrzweckraum für Sprach- und Musikveranstaltungen nutzbar ist.

Durchgängig nachhaltig

Das aus vier Gebäuden bestehende Plusenergie-Ensemble mit insgesamt rund 16.000 m2 Bruttogeschossfläche wurde konsequent modular und kostengünstig - die Baukosten beliefen sich auf rund 41,2 Mio. Euro - gefertigt. Eine hocheffiziente Heiztechnik und eine Photovoltaikanlage stellen sicher, dass mehr Energie produziert wird als die Schule im Betrieb benötigt. Darüber hinaus punktet die Holzkonstruktion mit einer guten CO2-Bilanz und schneidet auch in puncto grauer Energie hervorragend ab. Auch dafür erhielt das Schmuttertal-Gymnasium im November 2016 den DGNB Preis für „Nachhaltiges Bauen" 2016.

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