
Die Fassade stellt als Bindeglied zwischen dem Gebäude und der Außenwelt zunächst einen ganz wesentlichen Einflussparameter auf die Gestaltung dar. Darüber hinaus ist sie jedoch auch im Hinblick auf die Energieströme und sonstigen Wechselwirkungen zwischen innen und außen von maßgeblicher Bedeutung. Anforderungen an die Fassade resultieren daher aus verschiedenen technischen Funktionen und müssen berücksichtigt werden; insbesondere deren gegenseitige Interaktionen sind von höchster Bedeutung und erfordern daher zwingend eine integrale Betrachtungsweise. Dieses komplexe Spannungsfeld bei der Fassadengestaltung ist exemplarisch in Abb. 4 dargestellt.
Im Hinblick auf die sommerlichen Klimaverhältnisse kommt der Begrenzung des solaren Wärmeeintrags über die transparenten Fassadenbereiche eine zentrale Bedeutung zu. In einem ersten Schritt hierzu empfiehlt sich die Analyse der Verschattungssituation, um die Notwendigkeit eines Sonnenschutzes zu eruieren (siehe hierzu Abb.5); gelegentlich kann diese Analyse auch baurechtlich relevant sein.
Der solare Wärmeeintrag einer intensiv besonnten transparenten Fassade bestimmt sich durch die Wahl von Verglasung und Sonnenschutzsystem. Die Sonnenschutzqualität einer Fassade wird in Form des Gesamtenergiedurchlassgrades angegeben. Dieser kann zwar in einem ersten, groben Ansatz mit Hilfe des Gesamtenergiedurchlassgrades der Verglasung und dem Abminderungsfaktor z des Sonnenschutzes grob abgeschätzt werden; dabei bleiben jedoch systemspezifische Eigenschaften (z.B. hohe Reflexion von spiegelnden Sonnenschutzelementen) unberücksichtigt. Deutlich aussagekräftigere Kennwerte lassen sich mit Hilfe von strahlungsphysikalischen Berechnungen ermitteln, die auf den Spektralverteilungen von Transmission, Reflektion und Absorption (siehe Abb. 6) jeder einzelnen Fassadenschicht (Glasscheiben, Sonnenschutz) des projektspezifischen Fassadenaufbaus basieren.
Diese komplexen Berechnungen können darüber hinaus auch Angaben über den Temperaturverlauf innerhalb der Glasfassade bei intensiver Besonnung liefern, wie in Abb. 6 exemplarisch für ein Oberlicht dargestellt ist.
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