Energieeffizientes Bauen

Energieeinsparung – Energieeffizienz – Nachhaltigkeit

Die nationalen und europäischen Gesetze zum Energieeinsparen bei Gebäuden, z. B. die Energieeinsparverordnung (EnEV) und die Energy Performance of Buildings Directive (EPBD), werden vor dem Hintergrund des Klimawandels zunehmend verschärft. Der Gesetzgeber strebt damit eine weitere Verringerung des Energiebedarfs von Gebäuden an.

Ein niedrigerer Energieeinsatz sollte jedoch nicht zulasten des erreichbaren Nutzerkomforts gehen. Seit 2007 kann die Innenraumqualität eines Gebäudes mit dem Europäischen Regelwerk EN 15251 objektiv bewertet werden. Diese Bewertung war notwendig geworden, weil erst die Relation zwischen Nutzerkomfort und eingesetzter Energie eine Aussage über die Energieeffizienz eines Gebäudes zulässt.

Die Nachhaltigkeit von Gebäuden umfasst demgegenüber nicht nur die Energieeffizienz, sie ist Gegenstand einer ganzheitlichen Betrachtung, die z. B. den Lebenszyklus, die Ökologie, die Wirtschaftlichkeit, Funktion und Technik einschließt. Aufgrund einer stark gestiegenen Nachfrage wird die Nachhaltigkeit von Gebäuden immer häufiger gezielt geplant und zertifiziert (z. B. durch DGNB, LEED, BREEAM) mit dem Ziel einer Wertsteigerung, einer besseren Wertentwicklung und einer besseren Vermietbarkeit.

Nutzerkomfort - Innenraumqualität

Die Bewertung des Nutzerkomforts in der neuen DIN EN 15251 umfasst neben dem thermischen Komfort auch die akustische, visuelle und lufthygienische Behaglichkeit innerhalb der Räume eines Gebäudes.


Raumklima – Innenraumqualitäten
Behaglichkeit und Komfort – Nutzung

4 wesentliche Beurteilungs-Kriterien:

Die einzelnen Aspekte der Behaglichkeit werden dabei jeweils in nur 4 Kategorien eingeteilt, um den erreichbaren Komfort transparent zu machen. Dies ermöglicht eine ähnliche Einteilung wie die bekannten Stufenbewertungen z. B. von Kühlschränken. Die nachfolgende Abbildung zeigt den „Behaglichkeitspass” eines Bürogebäudes mit der  Klassifizierung der thermischen Behaglichkeit in den Sommermonaten. Die prozentualen Angaben in diesem Beispiel beziehen sich auf die monatliche Arbeitszeit.

Beratung zur Energieeffizienz

Unsere konzeptionelle Beratung zur Energieeffizienz geht über die energetische Beratung, die hauptsächlich auf den Jahresenergiebedarf nach EnEV abzielt, hinaus. Denn vor dem Hintergrund immer besser wärmegedämmter Gebäude rückt die thermische Behaglichkeit im Sommer in den Vordergrund. Wichtige Aspekte für den Nutzerkomfort sind dabei auch eine ausreichende Beleuchtung mit Tageslicht, eine gute Raumakustik und eine ausreichende Frischluftzufuhr.

Aufgrund der komplexen Wechselwirkungen zwischen einzelnen Fachgebieten, die sich mit den Standardverfahren der Bauphysik und TGA nur bedingt abbilden lassen, sind bei der Entwicklung energieeffizienter Klimakonzepte meist innovative Planungswerkzeuge erforderlich. Im Rahmen einer ganzheitlichen, integralen Beratung kommen daher bei Bedarf eine Vielzahl von computergestützten Simulationstechniken zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise:

  • Thermische Simulationen
  • Tageslichtsimulationen
  • Spektrale Berechnungen zur Ermittlung der Fassadenkennwerte
  • Lüftungssimulationen
  • Simulationen zur Raumluftfeuchte
  • Simulationen zur CO2-Konzentration der Raumluft
  • Wärmebrückenberechnungen

Vorteile für Bauherren und Nutzer

Durch die Priorisierung der Energieeffizienz im Planungsprozess lassen sich hochwertige Gebäude errichten, die aufgrund ihres minimierten Gesamtenergiebedarfs niedrige Betriebskosten während der gesamten Nutzungsphase des Gebäudes verursachen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Lebenszyklusbetrachtung bieten sie daher eine optimale Wirtschaftlichkeit und gute Renditen für Investoren. Ein hoher Nutzerkomfort trägt dazu wesentlich bei.

Neben diesen ökonomischen und funktionalen Vorteilen leisten energieeffiziente Gebäude auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn durch die minimierten Umwelteinwirkungen werden auch ökologische Zielsetzungen erfüllt. Dies erhöht den Marktwert der Immobilie insbesondere für gewerbliche Nutzer, denn immer mehr Firmen entwickeln ihre eigene Klimaneutralitätsstrategie und werden damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Social Responsibility) besser gerecht.

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